18 - 19.30 uhr hörsaal egon eiermann
englerstraße 7
76133 karlsruhe
SKIZZENWERK #2 - Markus Bader Polylemma - Architektonisches Handeln in überkomplexen Situationen
Für den zweiten Vortrag der Reihe SKIZZENWERK war Markus Bader von raumlabor aus Berlin zu Gast. Neben einer Präsentation seiner Arbeit wurde er im Vorfeld dazu eingeladen, einen Vorschlag für ein Vortragsformate zu machen, das die klassische Vorlesungssituation zu Gunsten eines stärkeren Dialogs zwischen Publikum und Referent ersetzt. Er schlug ein Quiz vor, bei welchem drei Studenten aus dem Publikum nach jedem Vortragsteil dazu eingeladen waren, Fragen an ihn zu stellen, von denen er sich jeweils die beste zum Beantworten heraussuchte. Besonders hervorzuheben am Vortrag ist seine Kritik der architektonischen Utopien des 20. Jahrhunderts, die aus der Frage nach der Verantwortung des Architekten bzw. Künstlers in der Gesellschaft erwuchsen und scheiterten. Sein Umgang mit dieser Frage im eigenen Werk zielt daher in erster Linie auf das Entwerfen von Prozessen und dem Vorgehen in kleinen Schritten ab - nicht der Suche nach der einen fertigen Lösung. raumlaborberlin 30.04 Markus Bader
lebenslauf Markus Bader, Mitgründer von raumlabor berlin arbeitet an urbanen Strategien und Prozessen zur Stadtveränderung. Er verbindet diese mit einer kuratorischen und künstlerischen Tätigkeit in Rauminstallationen und konkreten urbanen Situationen. Der Idee folgend, dass die Stadt uns allen gehört und deshalb Wege gefunden werden müssen wie ihre Gestaltung und Zukunft gemeinsam entwickelt werden kann. Er hat Architektur an der Technischen Universität Berlin, der Universität der Künste, Berlin und der Bartlett School of Architecture in London studiert. Zu seinen Arbeiten gehören: Konzept für eine nutzergetragene Stadtentwicklung für das Tempelhofer Feld, Berlin (2007-08), Ko-Autorenschaft des Konzepts für eine Internationale Bauaustellung in Berlin 2020, „Stadtkapital, Hauptstadt, Raumstadt, Sofortstadt“ (2010-11), die künstlerische Leitung von „the KNOT“, eine kooperative, reisende Plattform für Kunst in öffentlichen Räumen in Berlin, Warschau, Bukarest (2010). Seit 2013 leitet er das temporäre Fachgebiet „urbane Praxis“ an der Universität Kassel, Fachbereich ASL. Zuvor hat er an der Peter Behrens School of Architecture in Düsseldorf, der Akademie für angewandte Künste, Prag (VSUP) und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus gelehrt. profil Seit 1999 arbeitet das raumlabor (8 ausgebildete Architekten, die sich zu einer kollektiven Netzwerkstruktur zusammengefunden haben) ausgehend von Berlin an den Schnittstellen zwischen Architektur, Stadtplanung, Kunst und Intervention. Wir adressieren in unserer Arbeit Raum, Stadt und Stadtbau als kulturelles Projekt und als Prozess. Schwierige städtische Orte ziehen uns förmlich an. Orte, die zwischen verschiedenen Systemen, Zeitabschnitten oder Planungsideologien aufgerieben wurden und sich nicht anpassen. Orte, die aufgegeben sind, die übrig bleiben aber für die Stadtgestalt eine nicht unerhebliche Relevanz haben. Diese Orte sind unsere Experimentierfelder. Sie bieten ungenutzte Potentiale, die wir zu aktivieren versuchen. Das öffnet neue Perspektiven für alternative Nutzungsmuster, eine gemeinsame Kultur, urbane Diversität und Differenz. http://raumlabor.net